Steglitz-Zehlendorf heute (Text: Sebastian Wandersee) Der seit dem 01.Januar 2001 fusionierte Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegt im Südwesten Berlins, grenzt im Norden an Charlottenburg-Wilmersdorf, im Osten an Tempelhof-Schöneberg, im Süden an Brandenburg und im Westen ebenfalls an Brandenburg und an den Bezirk Spandau. Der Bezirk gliedert sich heute in sieben Ortsteile (Wannsee, Dahlem, Nikolassee, Zehlendorf, Lankwitz, Lichterfelde, Steglitz), ist 10 250 Hektar groß (es ist der drittgrößte Bezirk Berlins) und ist mit rund 289 000 Einwohnern etwa so groß wie die Stadt Wiesbaden. Dank einer guten S-Bahn-Anbindung ist man in nur wenigen Minuten entweder in der Innenstadt oder im Berliner Umland, etwa in der Stadt Potsdam, die direkt an den Bezirk grenzt. Woran denken Sie, wenn Sie den Namen "Steglitz-Zehlendorf" hören? Vielleicht an die Schlossstraße? Die 2,1 Kilometer lange Straße ist die Einkaufsmeile des Bezirks. Viele Geschäfte und Warenhäuser sorgen für ein reges und buntes Treiben und somit für Abwechslung. Zahlreiche kleine Cafés und Imbisse laden zu einem kurzen Snack oder erholsamen Verweilen ein und geben der Bummelmeile ein gemütliches Flair. Beliebte Anziehungspunkte sind das gläserne Einkaufszentrum "Schloss 100", das Turmrestaurant, das die Berliner liebevoll "Bierpinsel" nennen oder das Forum Steglitz. Zusätzlich entsteht zur Zeit ein Einkaufszentrum am alten Steglitzer Rathaus, das den Namen "Schlossgalerie Steglitz" tragen soll und das auf einer Fläche von 48 000 Quadratmetern mit kleinen Fachgeschäften, Supermärkten und der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek einen weiteren Anziehungspunkt im Bezirk bieten wird. In der Schloßstraße befindet sich auch der Sitz des Bezirksbürgermeisters Herbert Weber: der "Kreisel". Das Bürohochhaus ist knapp 118 Meter hoch und verfügt über eine öffentliche Kantine im 24. Obergeschoss. Von hier aus hat man bei einer Tasse Kaffee einen wunderbaren Ausblick über den ganzen Bezirk. Woran denken Sie noch? Mit einer Erholungsfläche von 858 Hektar, darunter ganze 748 Hektar Grünanlagen, ist Steglitz-Zehlendorf absolut ein "grüner Bezirk"! Es existieren 2 441 Hektar Waldflächen, wie etwa der 32 Quadratkilometer große Grunewald oder der Berliner Forst Düppel, und ganze 1 126 Hektar Wasserflächen, wie der Kleine Wannsee, der Große Wannsee, der Schlachtensee oder die Krumme Lanke. Nur mit einer Fähre ist die idyllische Pfaueninsel im südlichen Flussarm der Havel zu erreichen. Mit ihrem jahrhundertealten Baumbestand und der artenreichen Vogelwelt ist die Insel das schönste Naturschutzgebiet Berlins. Weitere Landschaftsschutzgebiete im Bezirk: der Düppeler Forst, Lichterfelde Süd oder der Heinrich-Laehr-Park. Wenn Sie einen Hund haben, kommen Sie nach Steglitz-Zehlendorf! Wir haben vier Hundeauslaufgebiete im Bezirk: in Nikolskoe, an der Königsstraße/Pfaueninselchaussee, am Kleinen Wannsee/Griebnitzsee und am Königsweg. Des Weiteren gibt es ein Hundeauslaufgebiet an der östlichen Avus/Grunewaldsee, das zu Teilen im Nachbarbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf liegt. Wenn Sie den dritt-artenreichsten Garten der Welt und den größten Garten Deutschlands besichtigen möchten, gehen Sie in den Botanischen Garten in Dahlem. Dort gibt es knapp 23 000 verschiedene Pflanzenarten auf einer Fläche von mehr als 43 Hektar zu sehen und das schon seit über 100 Jahren! Auch das Große Tropenhaus zählt mit einer Grundfläche von 1 380 Quadratmetern und einer Höhe von 23 Metern zu den größten Gewächshäusern der Welt. Steglitz-Zehlendorf ist auch ein Paradies für "Wasserratten". Im Bezirk befinden sich zahlreiche Seen mit Wassersportmöglichkeiten. Getreu dem alten Schlager "Pack' die Badehose ein ..." lädt das Strandbad Wannsee zum Baden ein. Die großzügig angelegte Badeanstalt mit ihren Terrassen und dem 1,3 Kilometer langen und 80 Meter breiten Sandstrand wurde 1929/30 von Martin Wagner und Richard Ermisch erbaut und ist die größte ihrer Art in Europa! Baden kann man außerdem im Stadtbad Lankwitz an der Leonorenstraße, im Sommerbad am Insulaner oder auch im Sommerbad Lichterfelde, das liebevoll "Spucki" genannt wird. Erholung finden kann man auch im Stadtpark Steglitz zwischen der Albrecht- und der Sedanstraße, in dem häufig Veranstaltungen der Musikschule in den Sommermonaten im Musikpavillon stattfinden. Aber auch der Gemeindepark in Lankwitz oder der "Glienicker Landschaftspark" an der Königstraße, der Teil der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft ist, die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, laden zum Erholen ein. Langeweile und Eintönigkeit können in Steglitz-Zehlendorf erst gar nicht entstehen. Über 100 im Bezirk ansässige Sportvereine bieten ein weitreichendes Angebot an - von Angeln über Segeln bis hin zum Nichtraucher Schachclub Berlin ist für jeden etwas dabei. Überdies gibt es viele Möglichkeiten, den Bezirk zu entdecken: In der Schwartzschen Villa, die 1995 restauriert wurde und die an der Grunewaldstraße liegt, finden seitdem vor allem Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Theatervorstellungen - auch für Kinder - statt. Ein beliebter Frauentreffpunkt in Lankwitz ist die "Ratswaage" in der Charlottenstraße, die ein umfassendes Programm für Rat suchende Frauen bietet. Im Alliierten Museum, das 1998 anlässlich des 50. Jahrestages der Berliner Luftbrücke eröffnet wurde, kann man deutsche Geschichte während des Kalten Krieges erleben. Die Blindenbildungsanstalt an der Rothenburgstraße beinhaltet auch ein Blinden-Museum, dessen kostenlose Dauerausstellung mittwochs von 15:00 bis 18:00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet ist. Wenn Sie Lust auf Blumen, Obst und Gemüse und allerlei Krimskrams haben, besuchen Sie einen der vielen Wochenmärkte in unserem Bezirk. Schlendern und bummeln Sie über den Wochenmarkt auf dem Hermann-Ehlers-Platz am Rathaus Steglitz, auf dem Markt am Kranoldplatz in Lichterfelde oder auf dem Markt am Rathaus Lankwitz. Im Bezirk sind auch viele überregionale Institutionen angesiedelt: Die Freie Universität Berlin, 1948 gegründet, mit zirka 44 000 Studentinnen und Studenten in zwölf Fachbereichen, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), die auf der Basis von Gesetzen und Verordnungen Stoffe, technische Produkte und Verfahren prüft. Im Musikarchiv der Deutschen Bibliothek in der sogenannten "Siemens-Villa" in Lankwitz werden die seit 1945 in der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und Österreich erscheinenden Musiktonträger wie Schallplatten und Kassetten, aber auch Noten, gesammelt und archiviert. Das Klinikum Steglitz oder wie es richtig heißt: Charité - Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, wurde 1969 eröffnet und ist das größte Krankenhaus im Bezirk. Es ist ein Universitätskrankenhaus der Freien Universität Berlin. Für Menschen, die besonders historisch-kulturell interessiert sind, bietet der Bezirk gleich eine ganze Palette an Orten und Plätzen an, die man unbedingt gesehen haben muss. Hier ein paar Vorschläge: Das Gutshaus Steglitz, das auch "Wrangelschlößchen" oder "Beyme-Schlößchen" genannt wird, ist eines der letzten erhaltenen frühklassizistischen Bauwerke Berlins und befindet sich an der Schloßstraße gleich neben dem Schlossparktheater. Im Gutshaus finden Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Hier werden auch Trauungen vorgenommen. Für private Feierlichkeiten können zudem Räume angemietet werden. In Steglitz-Zehlendorf existieren eine Reihe von Dorfkirchen (zum Beispiel in Lankwitz oder in Zehlendorf), die zum Teil schon mehr als 500 Jahre alt sind. Das Haus der Wannsee-Konferenz ist eine Gedenk- und Bildungsstätte. Schwerpunkt ist die Dauerausstellung "Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden" mit dem historischen Raum der Konferenz vom 20. Januar 1942 und der Bibliothek. Zentral auf dem Hermann-Ehlers-Platz befindet sich eine polierte Chromstahlwand, die den Betrachter spiegelt und die die eingravierten Namen, Geburtsdaten und Anschriften von jüdischen Deportierten aus ganz Berlin enthält. Das Jagdschloss Glienicke diente als Jugendbildungs- und Begegnungsstätte und wurde bei einem Brand im Jahr 2003 teilweise zerstört. Der Wiederaufbau ist geplant. Das Schloss Glienicke befindet sich nördlich der Königstraße und wurde im Stil des Klassizismus erbaut. Bäuerliches Leben pur - das können Sie in der Domäne Dahlem erleben. Die alljährlichen Veranstaltungen "Bäuerliches Leben in Berlin", die Erntedankfeste sowie die Markttage Samstag und Sonntag mit einem umfangreichen Angebot an frischen ökologischen Produkten lassen die Domäne zu einem beliebten Treffpunkt des Bezirkes werden. Eine mittelalterliche Siedlung mit Wohnhäusern, Vorratsschuppen und Werkstätten - auch das gibt's in Steglitz-Zehlendorf. Das Freilichtmuseum Düppel stellt eine Rekonstruktion der ursprünglichen Anlage am Ausgrabungsort im südlichen Zehlendorf am Machnower Krummen Fenn dar. 1967 hatten Archäologen an dieser Stelle ein Dorf aus dem 12. Jahrhundert freigelegt. In den Sommermonaten werden im Museumsdorf Düppel regelmäßig Vorführungen traditioneller Handwerksarbeiten angeboten, zum Beispiel Töpfern, Weben, Schnitzen und Brotbacken. Zum Schluss möchte ich Ihnen viel Spaß beim Entdecken unseres schönen Bezirkes wünschen!
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